Wie DIE LINKE. gegen die AfD besteht..

05. Januar 2019  Darum gibt es uns

Foto: Fraktion Die Linke im Bundestag, Flickr, CC BY 2.0

In den 2000er Jahren, es waren noch PDS-Zeiten, beim Wahlkampf in Frankfurt (Oder): Eine Frau berichtet mir, sie hätte immer PDS gewählt, doch dieses Mal wähle sie NPD. Anders könne sie ihren Frust nicht mehr hörbar machen. Ich war verdutzt: Ausgerechnet die PDS war doch die Partei, welche uns Jugendlichen eine Anlaufstelle bot, um sich gegen die Nazigewalt in Frankfurt (Oder) zu wehren. Einige Jahre später, die PDS war schon Geschichte, ging für die Linkspartei die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern mit 13 Prozent krachend verloren, während die AfD im Zuge der Migrationskrise aus dem Stand 21 Prozent errang. Nun war es nicht mehr zu übersehen: Jahrelang wurden PDS und Linkspartei nicht wegen, sondern trotz ihrer liberalen Flüchtlingspolitik gewählt. Der neue Stern im Osten hieß AfD: Sie mobilisierte den Zorn der Ostdeutschen, die sich als Bürgerinnen und Bürger zweiter Klasse sahen. Die jahrelange Entbehrungen im Zuge der Wende durchlebten – und plötzlich die Flüchtlinge, denen alles hinterhergeworfen würde. Welche die letzten Reste der Heimat zerstörten, die ohnehin während der Nachwendezeit verloren ging. So zumindest lautet die Erzählung. Wie lässt sich diese Politisierung der Heimat begreifen? Und wie kann die Linkspartei darauf antworten?

von

Stefan Kunath, Berlin/Frankfurt (Oder)


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